Aus der Aussage: "Die Kameraden sind unentschlossen da die Risiken und Nebenwirkungen Ihnen zu denken geben", wird ein netter Artikel in der Zeitung. Dieser führt dann zu einem recht amüsanten Schlagabtausch den wir Ihnen hier gern einmal vorstellen wollen....


27.10.09 MAZ

"TELTOW/BELZIG Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kleinmachnow lehnen die empfohlene Impfung gegen die sogenannte Schweinegrippe geschlossen ab. „Es hat sich keiner gefunden, der den Termin im Gesundheitsamt wahrnehmen will“, sagte Wehrleiter Mario Grocholski gestern auf Anfrage. Als Grund hätten die Kameraden „große Verunsicherung“ wegen der zahlreichen Berichte über mögliche Nebenwirkungen genannt.

Feuerwehrleute gehören neben Rettungskräften und medizinischem Personal zu den „Schlüsselpersonen“, für die auch im Landkreis Potsdam-Mittelmark gestern die Impfung begonnen hat. Die Vorsorge gegen die „Neue Grippe“ ist allerdings auch für diese Personengruppe freiwillig."


30.10.09 MAZ

"Zur Freiheit der eigenen Entscheidung gehört auch, dass nicht nur Freiwillige in Kauf nehmen, zu erkranken, sondern der entstehende Vorsatz, andere mit einem durchaus gefährlichen Virus anzustecken. So ist die Entscheidung der Freiwilligen Feuerwehr Kleinmachnows zu werten. Wie handelt der Dienstherr derer, die sich weigern, sich impfen zu lassen, aber weiter für das Gemeinwohl einsetzbar sein wollen? Einer oder mehrere der möglichen „Täter“ könnten erkranken an der neuen Grippe und aus diesem Grund nicht mehr die Arbeit ausführen, für die sie vom Steuerzahler bezahlt werden. Dann kann es doch nicht angehen, dass der Dienstherr die Kosten der Genesung (Krankengeld) übernimmt.

Ich gehe sogar soweit, dass auch die Krankenkassen bei einem schwereren Verlauf der Krankheit die Kosten nicht tragen sollten. Die entstehende Kosten müssten von den Verweigerern selbst übernommen werden. Gegebenenfalls müssen die Kosten durch Gehaltspfändung eingetrieben werden. Vorsätzlich entstünde dem Steuerzahler Schaden durch das mehr als abzulehnende Verhalten.

Dabei habe ich noch nicht berücksichtigt, dass bei Einsätzen dieser Herren auch für zu rettenden Personen die Gefahr besteht, sich bei den Feuerwehrleuten anzustecken. Auch hierbei sollten diejenigen, die die Impfung ablehnen, zur Verantwortung gezogen werden, indem sie die Kosten, die sich aus einer möglichen Erkrankung für die Geretteten ergeben, zu bezahlen haben.

Die Verantwortlichen auf politischer Ebene, sollten diese Impfung zur Pflicht erklären. Es sind nicht nur die Filme, die uns vorspielen, was durch Dummheit geschehen kann. Verantwortung für das Gemeinwohl beginnt durch den Einzelnen.

Mirko Michael Naundorf,
Potsdam


03.11.MAZ

Die diktatorischen Ansichten des Herrn Naundorf in seinem Leserbrief vom 30./31. Oktober sind wohl in Europa fehl am Platze. Er schreibt über die Feuerwehrleute wie ein Blinder, der über das Licht berichtet. Wir haben in Potsdam-Mittelmark 5000 freiwillige Feuerwehrleute, die jährlich bis zu 250 Stunden nach ihrer Arbeit, an Sonn- und Feiertagen ihre Freizeit zur Rettung anderer Bürger einsetzen. Sie erhalten kein Geld und auch keine Aufwandsentschädigung. Dies tun sie freiwillig. Herr Naundorf sollte mal ins Lexikon schauen, was freiwillig heißt. Zu den oben genannten Feuerwehrleuten gehören auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kleinmachnow. Kein Feuerwehrmann fährt einen Einsatz, wenn er erkrankt ist. Das war noch nie so und das wird es auch nicht geben. Ein Feuerwehrmann hat noch keinen zu Rettenden angesteckt, eher umgekehrt. Wie ist es mit der Ansteckung der Feuerwehrleute durch die Unfallopfer? Keiner hat sich in den letzten Jahrzehnten darüber Gedanken gemacht, auch Herr Naundorf nicht, wie es mit der Ansteckungsgefahr durch die Unfallopfer ist, sonst würde er so etwas nicht schreiben.

Es steht keinem auf der Stirn geschrieben, ob er eine ansteckende Krankheit, wie zum Beispiel Aids, hat. Der Feuerwehrmann hilft immer ohne Ansehen der Person und somit ist nur er gesundheitlich gefährdet und kein anderer. Wie wäre es einmal, wenn Herr Naundorf einige Einsätze bei den freiwilligen Feuerwehren mitfahren würde, um ein klares Bild über die Tätigkeit der Feuerwehrleute zu erhalten?

Ulrich Koch,
freiwillige Feuerwehr,
Nuthetal